Das Insolvenzverfahren gegen die Gold professionell AG in der Schweiz wird mangels Masse eingestellt. Das erklärt die Konkursverwalterin in ihrem Gläubigerbericht vom 8. September. Die Begründung für diese Maßnahme ist für die Anleger von Gold professionell eine schwere Niederlage: Es ist so wenig Liquidität und Vermögen vorhanden, dass damit nicht einmal eine Fortführung des Konkursverfahrens gedeckt wäre. Eine Fortsetzung wäre zwecklos, selbst wenn ein Gläubiger einen Kostenvorschuss leistet. Denn: "Unter Berücksichtigung der bisher bekannten Aktiven und Forderungsanmeldungen beträgt die zu erwartende Konkursdividende Null", so die Verwalterin. Damit steht fest, dass die Anleger zumindest aus dem Insolvenzverfahren keine Rückflüsse erwarten können.

Gesamtvermögen beträgt nur 100.000 Franken
Nun ist die Staatsanwaltschaft Zürich am Zug. Sie hat die spärlichen Edelmetallbestände beschlagnahmt. Es handelt sich laut Gläubigerbericht um Silberbarren "im ungefähren Gegenwert" von 58.703 US-Dollar und Goldmünzen im Gegenwert von 22.474 Schweizer Franken. Die Edelmetalle sind keinen Kunden direkt zugeordnet. Außerdem verfügt die Gesellschaft über liquide Mittel in Höhe von 15.271 Schweizer Franken, wobei hier die bisherigen Kosten des Insolvenzverfahrens (rund 85.400 Franken) bereits bezahlt sind. In Summe belaufen sich die Aktiva also auf weniger als 100.000 Franken. Dem stehen Forderungen von mehr als 136.000 Franken gegenüber, die Vorrang gegenüber den Anlegeransprüchen haben.

Unklar ist zurzeit noch, ob in der Gesellschaft Taurus Investors Limited in Dubai noch Edelmetalle lagern. Der Rechtsanwalt Theodor Seitz hatte das jedenfalls wie berichtet im Oktober 2015 schriftlich bestätigt. Die Konkursverwalterin schreibt hierzu: "Nach den bisher vorliegenden Informationen handelt es sich bei der Taurus um eine in Dubai registrierte Briefkastenfirma. Die Kontaktperson der Taurus ist verstorben. Über die Erbmasse der Kontaktperson ist, nachdem die Erben die Erbschaft ausgeschlagen haben, der Konkurs eröffnet worden."

Anleger fordern mehr als 15 Millionen Franken
Mehr als 2.000 Anleger haben bei der Konkursverwalterin Forderungen angemeldet. 1.130 wurden bis zur Erstellung des Gläubigerberichts ausgewertet. Daraus ergaben sich angemeldete Ansprüche über rund 287 Kilogramm Gold und 4.800 Kilogramm Silber, die am 7. September rund 15 Millionen Franken wert waren. Zusätzlich wurden Forderungen über rund 4,7 Millionen Euro an die Insolvenzverwalterin herangetragen.

Den Kunden von Gold professionell bleibt offenbar nichts mehr übrig als auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu zählen. Sie behält die Edelmetalle laut Gläubigerbericht weiter ein. Die Ermittlungsbehörde ermittelt wie berichtet gegen die Verantwortlichen des Unternehmens wegen Betrugs- und Untreueverdacht. (ae)

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